Von Ralf Baumhöfer, Heilpraktiker für Psychotherapie. Stand: Oktober 2026
Wie sich eine Depression im Alltag zeigt
Selten als Traurigkeit allein. Häufiger so: Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr, und die Vorstellung, aufzustehen, fühlt sich an wie ein Umzug. Mails bleiben ungelesen. Freunde fragen, ob man am Samstag mitkommt, und man sagt ab, ohne zu wissen, warum. Abends kreist ein Satz im Kopf: „Mit mir stimmt etwas nicht.“
Fachlich spricht man von gedrückter Stimmung, Interessenverlust und Antriebsminderung als Hauptsymptomen. Dazu kommen oft Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Schuldgefühle und eine harte, fast unerbittliche Selbstabwertung.
Warum Video bei Depression oft besser funktioniert, als man denkt
Die Anfahrt ist bei Depression kein Nebenthema. Wer an schlechten Tagen kaum duschen kann, sagt den Termin in einer Praxis 40 Kilometer entfernt eher ab. Per Video reicht es, den Laptop aufzuklappen. Manche Klienten sitzen in der ersten Sitzung im Bademantel. Das ist in Ordnung.
Der zweite Grund ist die Wartezeit. Auf einen Kassenplatz warten Menschen in vielen Regionen Monate. In dieser Zeit verfestigt sich das Grübeln. Bei mir sehen Sie freie Termine sofort im Online-Kalender.
Was wir in der Therapie tun
Ich arbeite mit der Integrativen Kognitiven Verhaltenstherapie. Zwei Stränge laufen dabei parallel. Der eine betrifft das Verhalten: kleine, planbare Aktivitäten, die wieder Struktur in den Tag bringen. Nicht „Gehen Sie mehr raus“, sondern: Dienstag, 17 Uhr, zwanzig Minuten um den Block, danach eine Notiz, wie es war.
Der andere Strang betrifft die Gedanken. Depression arbeitet mit Bewertungen, die sich wie Tatsachen anfühlen. „Ich bin eine Last.“ „Es wird nie besser.“ Im sokratischen Dialog prüfen wir solche Sätze. Wir fragen, woher Sie das wissen, was dagegen spricht und welche Regel dahintersteht. Das ist manchmal anstrengend. Es ist auch der Teil, der Ihnen bleibt.
Wann eine Online-Therapie bei Depression nicht reicht
Bei schweren Depressionen, bei Suizidgedanken oder wenn Sie kaum noch essen und schlafen, gehört die Behandlung zuerst in ärztliche Hände, oft auch in eine Klinik. Eine medikamentöse Behandlung schließt Psychotherapie nicht aus, sie kann sie sinnvoll ergänzen. Ich bespreche das im Erstgespräch offen und sage Ihnen, wenn Sie woanders besser aufgehoben sind.
Erstgespräch per Video: ca. 45 Minuten, 50 €. Danach sage ich Ihnen offen, ob eine Therapie per Video für Sie passt. Erstgespräch reservieren